Eibia GmbH - unmenschliches Leid

Ich habe festgestellt, das um mich herum zu Kriegszeiten Unmengen von Sprengstoffabriken, Munitionsanstalten und Pulverfabriken gebaut wurden. Im Zuge meines Hobbys habe ich angefangen, hier zu forschen und bin auf entsetzliche Geschichten aus dieses Fabriken gestossen. Nicht nur, das die Produkte, die dort produziert wurden, Tod und Vernichtung brachten, auch haben hier viele Menschen unermessliches Leid erlebt und sind gestorben. 

 

Heute sind diese Gebiete mit hohen Zaunanlagen mehr oder weniger gut abgesichert. Ich habe angefangen, diese Gebiete zu erkunden und die restlichen Relikte des Krieges zu fotografieren. 

Kampfstoff-Fabrik Leese

Dieses Gelände diente zur Herstellung von Zwischenprodukten für chemische Kampfstoffe. Gebaut wurden von 1937 bis 1943 rund 70 Gebäude, u.a. ein eigenes Kraftwerk, ein Wasserwerk und eine eigene Kläranlage. Ab 1945 übernahm eine britische Firma die Fabrik und stellte bis 1949 weiterhin Industriegase her. Dann wurde die Anlage aufgegeben, demontiert und rund 40 Bunker gesprengt.

 

Bis 1996 war dort die Bundeswehr mit einem Korpsdepot und Truppenunterkünfte. In einem besonders abgeschirmten Bereich ist ein Lager für schwachradioaktive Abfälle aus Medizin und Forschung eingerichtet. Ab 2000 hat das gesamte Gebiet eine Firma übernommen und nutzt den westlichen Bereich.

 

Im östlichen Bereich sind fast alle Bunker gesprengt worden, dieses Gebiet ist unter anderem aus Gründen des Naturschutzes aus der gewerblichen Nutzung ausgenommen. Meine Fotos sind aus diesem Bereich. Es sind Handyfotos. Fotos aus dem westlichen Bereich folgen.

 

 

Anlage "Weser"

  

Im Oktober 1941 wurde hier die Produktion von Pulver aufgenommen. Die Fabrik bestand aus 273 Gebäuden, es waren zwischen 1200-1800 Arbeitskräfte beschäftigt. Darin enthalten ist die Zahl von bis zu 1400 Zwangsarbeitern sowie Kriegsgefangenen, die meist in den gefährlichsten Produktionsbereichen eingesetzt wurden.

Im April 1945 wurde der Betrieb eingestellt und die Briten besetzten die Anlage. Die Briten fingen an, das Pulver zu vernichten und die Anlage zu demontieren. Nur wenige Gebäude überstanden dies. Das Gelände wurde dann von der Bundeswehr nachgenutzt.

 

"Zum Gedenken aller ZwangsarbeiterInnen die während der Zeit des Nationalsozialismus hier in der Pulverfabrik Eibia ausgebeutet wurden und ihr Leben lassen mussten. 

Kein Vergeben-Kein Vergessen!"

Sondermunitionslager

  

 

 

 

 

Etwas weiter von dieser Anlage befindet sich ein Sondermunitionslager, u.a. mit zwei Hallen für Atomwaffen. Die sind ebenfalls gesprengt worden. Von dem Site Security Control Center steht nur noch die Ruine

 

 

Verwaltung Anlage "Weser"

Einstmals war es ein Rittergut, aber seit ca. 1930 wurde es als Verwaltung für die angrenzende Pulverfabrik genutzt, nach Kriegsende dann von der Bundeswehr übernommen. Vor längerer Zeit dann hat es eine bekannte Größe aus der Neonazi-Szene gekauft und wollte dort, unter dem Deckmantel einer Stiftung, ein Schulungszentrum bauen. Doch die Anwohner haben sich erfolgreich gewehrt und die Nutzung wurde untersagt. 

 

Allerdings scheint das Gelände wieder einen Besitzer zu haben, es finden Renovierungsarbeiten statt. Ich wurde erwischt und konnte so leider zwei Gebäude nicht mehr anschauen.

Anlage "Karl"

Die Anlage "Karl" ist flächenmässig die größte seiner Art in Deutschland. Das große Waldgebiet bot sich an für eine gut getarnte Pulverfabrik. 1938 begannen die Planungen und 1943 war die Fabrik fertiggestellt. Bis Kriegsende wurden hier 392 Gebäude gebaut, anfangs 356 Gebäude, davon 231 oberirdisch, 104 mit einem Erdwall umgeben und 21 unterirdisch.  

 

Nach dem Krieg wurde das Lager von den Briten als Munitions-Sammelstelle genutzt. 1947 wurde es zur Demontage freigegeben. Aber nicht, wie in den anderen Anlagen, wurden hier die Gebäude gesprengt, sondern weitgehend erhalten, da es bereits als Sammelstelle genutzt wurde. 

 

1956 wurde ein Teil von der Bundeswehr genutzt. Bis 1994 wurde es als Munitionsdepot genutzt, dann fing man an, die Munition zu verringern und 1995 schloss das Munitionslager seine Pforten. 1999 hat man fast alle Gebäude der Bundeswehr abgerissen.

 

Die Anlage ist teilweise noch im Originalzustand erhalten. Dazwischen wurden natürlich Gebäude für die Nachnutzung gebaut/umgebaut. Sie ist sehr gut gesichert, Schäden am Zaun werden sofort repariert und ein Sicherheitsdienst fährt Kontrollen.

Aussenanlagen Anlage "Karl"

Infos folgen

Gedenkstätte

 

 

 

Auf diesem Friedhof liegen mehr als 2000 ausländische Zwangsarbeiter. Sie mussten in der Anlage "Karl" unter härtesten Bedingungen arbeiten und sind unmenschlich verstorben.

 

Ein sehr beklemmender Ort mitten im Wald, und die Fabrik allgegenwärtig....